Geschichte

Der freiwillige Schulsport ist eine städtische Organisation für die Schuljugend der Stadt Burgdorf BE. Er bietet Burgdorfer Schülerinnen und Schülern der 1. bis 9. Klasse in verschiedenen Sportarten Kurse an, die jeweils ein Jahr dauern. Voraussetzungen werden keine verlangt ausser, dass die Kurse regelmässig besucht werden. Die Unkosten betragen pro Jahr und Kurs zwanzig Franken. Die Anmeldeformulare werden jeweils kurz vor den Sommerferien von den Klassenlehrerinnen und -lehrern den interessierten Schülerinnen und Schülern ausgeteilt.

Mitte Mai 1977 begann für Knaben und Mädchen in Burgdorf das „Schulsport-Zeitalter“. Innerhalb von anderthalb Monaten stellte der damalige Schulsportchef Kurt Heizmann das erste Kursprogramm, das 12 Sportarten mit 21 Kursen umfasste, auf die Beine. Auf Anhieb beteiligten sich 350 Schülerinnen und Schüler des fünften bis neunten Schuljahres daran.

Im Verlauf der Jahre wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut und hat sich in den letzten Jahren zwischen 22 und 26 Sportarten eingependelt. Angeboten werden Mannschafts-, Tanz-, Kampf- und Wassersportarten, Rückschlagspiele sowie Mountainbike, Minigolf, Bogenschiessen und Orientierungslauf. Auch die Teilnehmerinnen- und Teilnehmerzahl stieg an und erreichte in den besten Jahren 1200 Knaben und Mädchen pro Jahr. Zu diesem Anstieg trug unter anderem bei, dass nach jahrelangen Bemühungen der Schulsport auch den Drittklässlern offen steht. 1995 trat Kurt Heizmann nach 18 Jahren als Schulsportleiter zurück. Sein Nachfolger wurde Armin Roos.

Während den vergangenen Jahren haben viele Jugendliche vom Schulsport profitieren können und kamen in den Genuss einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung.

Das reichhaltige Schulsportangebot gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, diverse Sportarten kennen und schätzen zu lernen, die sie in der Regel aus organisatorischen oder finanziellen Gründen während des obligatorischen Turnunterrichtes nicht betreiben können. Ein Grossteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommt an der einen oder anderen Sportart Freude und übt diese im Idealfall auch nach der obligatorischen Schulzeit regelmässig aus. Dies wirkt sich positiv auf die ganze Persönlichkeitsentwicklung aus, denn Sport treiben heisst auch lernen, mit Niederlagen umzugehen, sich im Team einzugliedern, kreativ zu sein und sich, wenn nötig, durchzusetzen. Sport bietet Jugendlichen auch die Möglichkeiten, Aggressionen oder Stress auf positive Weise abzubauen und diese negativen Gefühle unter Kontrolle zu bekommen. Wenn Sport auch im Erwachsenenleben einen festen Platz einnehmen soll, müssen entsprechende Gewohnheiten bereits in jungen Jahren erfahren werden.

Für viele Schülerinnen und Schüler ist der freiwillige Schulsport auch deshalb besonders attraktiv, weil die Sportkurse oft direkt nach dem Unterricht beginnen. Das Prinzip der Freiwilligkeit begünstigt differenzierte Unterrichtsangebote und ermöglicht eine spezifische Förderung, sowohl der bewegungsbegabten, als auch der leistungsschwächeren Kinder. Dadurch kann der Sport ohne Leistungsdruck in seinen vielfältigsten Formen erlebt werden. In den meisten Kursen werden keine Voraussetzungen verlangt, so dass auch Anfängerinnen und Anfänger herzlich willkommen sind. Verlangt wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber, dass sie die Kurse regelmässig besuchen, denn nur aufgrund des regelmässigen Betreibens einer Sportart kann man ihre Vor- und Nachteile kennen lernen. Der Unkostenbeitrag pro Kurs und Person beträgt zehn Franken. In diesem Betrag eingeschlossen sind sämtliche Eintritte zu den Sportanlagen sowie die Benützung von Sportgeräten und Sportausrüstungen. Die Sportvereine und der freiwillige Schulsport ergänzen sich, und die Zusammenarbeit ist oft sehr eng und fruchtbar. Viele Leiterinnen und Leiter gehören einem Verein an und sind interessiert, den Jugendlichen ihre Sportart näher zu bringen. Oft treten die Jugendlichen nach der neunten Klasse einem Verein bei und betreiben dort jene Sportart weiter, welche sie im freiwilligen Schulsport kennen- und schätzen gelernt haben. Positiv ist auch festzustellen, dass ehemalige Schulsportteilnehmerinnen und -teilnehmer sich zu Jugend und Sport-Leiterinnen und -Leitern ausbilden liessen und nun Schulsportkurse leiten.

Im Bemühen, das Kursangebot möglichst auf die Interessen der Kinder abzustimmen, wurden während der letzten Jahre immer wieder so genannte Trendsportarten ins Programm aufgenommen. So hatte zum Beispiel das Skateboarden (Rollbrettfahren) während drei Semestern genügend Anmeldungen zu verzeichnen, musste dann aber wegen mangelndem Interesse aus dem Programm gestrichen werden. Auch weniger bekannte Sportarten wie Landhockey, Fechten, Ringen, Curling, Rollhockey und Sportklettern versuchte man den Kindern näher zu bringen, doch die Begeisterung für diese Sportarten hielt sich leider in Grenzen. Über die Jahre hinweg gesehen ist festzustellen, dass sich einige Sportarten als Dauerbrenner herausgestellt haben (so zum Beispiel Schwimmen, Volleyball, Jazztanz, Judo, Karate, Basketball und Tischtennis). Es gab auch Kurse, die mangels Anmeldungen nie zustande kamen. Festzustellen ist auch, dass einige Sportarten sowohl von Mädchen als auch von Knaben gleich oft gewählt werden, dazu gehören die Kampfsportarten Judo und Karate sowie Schwimmen. Eine Schweizerische Schulsport-Premiere war die Einführung von Curling im Jahre 1978. Dies bewog sogar das Fernsehen DRS, eine Filmequipe nach Burgdorf zu senden. Leider fand Curling nicht den Anklang bei den Jugendlichen, den man sich erhofft hatte.

Die Leiterinnen und Leiter der verschiedenen Kurse sind zuständig für den reibungslosen Ablauf der Kurse. Der Schulsport steht und fällt mit ihrem Engagement. In Burgdorf verfügt der Schulsport über gewissenhafte Leiterinnen und Leiter, die sich mit viel Freude und Fachkenntnis für ihre Sportkurse einsetzen. So sind einige seit Jahren erfolgreich im Schulsport tätig und nimmermüde, den Jugendlichen die positiven Seiten des Sporttreibens näher zu bringen. Immer wieder nehmen auch Schulsportmannschaften an kantonalen Schulsporttagen teil (Volleyball, Leichtathletik und Basketball).

1997 beschloss der Grosse Rat, die Kantonsbeiträge an den Freiwilligen Schulsport zu streichen. Das Stadtparlament in Burgdorf war sich glücklicherweise der positiven Seiten des freiwilligen Schulsportes bewusst und sprach einen Kredit, der es ermöglichte, den Schulsport in der bisherigen Form fortzuführen. Die vielen sportbegeisterten Kinder wussten diesen Entscheid zu schätzen.

Die Kursausschreibungen erfolgt jeweils kurz vor den Sommerferien. Die Klassenlehrerinnen und -lehrer teilen den interessierten Schülerinnen und Schüler Anmeldeformulare aus. Die ausgefüllten Anmeldeformulare werden der Klassenlehrkraft zurückgegeben, welche sie an den Schulsportchef weiterleitet. Diejenigen Kurse, welche mindestens acht Anmeldungen aufweisen, werden durchgeführt. Die Anmeldungen können auch via Internet erfolgen: www.schulsport-burgdorf.ch